Berufsorientierung

10 Berufe für den Umwelt- und Naturschutz

Wer sich nicht nur privat, sondern auch beruflich für den Natur- und Umweltschutz einsetzen möchte, dem bietet dieses spannende Berufsfeld unterschiedliche und sehr abwechslungsreiche Jobmöglichkeiten: Von der technischen Entwicklung und Analyse über den Erhalt natürlicher Lebensräume bis hin zur Umsetzung nachhaltiger Konzepte ist hier alles dabei. Um dir eine kleinen Eindruck zu geben, welche Perspektiven sich dir eröffnen, haben wir eine Übersicht von 10 Berufen zusammengestellt, mit denen du im Umweltschutz tätig werden kannst.

BWL, Jura und Psychologie führen seit Jahren die Liste der beliebtesten Studienfächer in Deutschland an und auch im Ausbildungsbereich sind kaufmännische Ausbildungen ganz vorne mit dabei – verständlicherweise, denn hier bieten sich nach erfolgreichem Abschluss (vermeintlich) die abwechslungsreichsten Berufsoptionen für Absolvent*innen. Wenige beschäftigen sich allerdings mit einer Branche, die, neben guten Einstiegschancen und relativ hohen Gehältern, auch eine sehr abwechslungsreiche und vor allem sinnstiftende Tätigkeit bietet: Der Umwelt- und Naturschutz. In den letzten Jahren ist der Bedarf an talentierten und motivierten Nachwuchskräften stark angestiegen, so dass Absolvent*innen hier aus einer großen Anzahl an neu entstehenden Tätigkeitsfeldern auswählen können. Im Zuge der Energie- und Verkehrswende sowie stärker werdenden Klimaschutz-Bemühungen ist damit zu rechnen, dass sich dieser Arbeitsmarkttrend auch so schnell nicht ändern wird.

Der Fokus im Umwelt- und Naturschutz liegt vor allem im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, außer man arbeitet z.B. als Fundraiser*in oder Campaigner*in in einer Umweltschutzorganisation. Dass man allerdings nicht nur bei NGOs oder in der Forschung, sondern auch in der Privatwirtschaft und bei Behörden viel für den Umwelt- und Naturschutz tun kann, möchten wir dir mit der folgenden Auflistung zeigen:

1. Beamt*in in der Umweltverwaltung

Der erste Job, den wir dir in dieser Auflistung vorstellen wollen, ist der höhere technische Dienst in der Umweltverwaltung. Die Beamt*innen dort sorgen dafür, dass gesetzliche Vorgaben zum Umweltschutz beachtet und eingehalten werden. Dafür erstellen sie Berichte, beurteilen Gutachten und geben nach eingehender Untersuchung der fachlichen und rechtlichen Gegebenheiten die Genehmigungen für Bauprojekte verschiedener Art. Dabei achten sie besonders darauf, dass Umweltschutzbestimmungen eingehalten und die Natur, aber auch der Mensch, von schädlichen Einflüssen geschützt werden. Daher stehen sie auch meist im engen Kontakt mit den Antragsteller*innen und beraten und vermitteln z.B. bei Interessenkonflikten oder bei der Verletzung verschiedener Auflagen.

Darüber hinaus kontrollieren und überwachen Beamt*innen der Umweltverwaltung auch bereits bestehende Bauten, wie z.B. Industrieanlagen, Klärwerke, Mülldeponien oder Einrichtungen zum Strahlenschutz. Vor Ort nehmen sie Proben und schauen, ob eventuell Schadstoffwerte überstiegen werden, Filter- und Schutzsysteme ordentlich funktionieren und die verschiedenen Anlagen in einwandfreiem Zustand sind. Als Umweltbeauftragte stehen sie Bürger*innen auch als Ansprechpartner*innen für verschiedenen Natur- und Umweltbelange zur Verfügung, prüfen Beschwerden und vermitteln bei Streitigkeiten, z.B. zwischen Konzernen und Protestler*innen.

Arbeiten sie in den obersten Landesbehörden, gehören auch das Entwerfen von Gesetzestexten und Verwaltungsvorschriften sowie die Überwachung ihrer Implementierung und Umsetzung zu ihren Aufgaben. Meistens haben sie als Beamt*innen im höheren Dienst auch eine leitende Funktion inne, im Rahmen derer sie dafür verantwortlich sind, dass die ihnen unterstellte Abteilung gut und reibungslos funktioniert. Zudem repräsentieren und vertreten sie die Dienststelle auch nach außen hin.

Wer als Beamt*in in der Umweltverwaltung arbeiten möchte, braucht mindestens einen Masterabschluss in einem relevanten technischen oder naturwissenschaftlichen Fach. Dazu gehören, je nach Schwerpunkt der Behörde, z.B. Umwelttechnik, Geowissenschaften, Regionalplanung, Landschaftsökologie, Chemieingenieurwesen, Geotechnologie, Bauingenieurwesen oder Sicherheitstechnologie. Hinzu kommen noch zusätzliche Voraussetzungen wie z.B. die gesundheitliche Eignung, die deutsche Staatsbürgerschaft (oder die eines anderen EU-Landes) sowie eine »geistige und charakterliche Eignung«, die über ein Auswahlverfahren festgestellt wird. Erfüllt man die Voraussetzungen, erfolgt eine Ausbildung bei der Umweltverwaltung, die in der Regel mit einer Laufbahnprüfung bzw. der Großen Staatsprüfung abgeschlossen wird. Bei bestandener Prüfung wird man anschließend zum*zur Beamt*in berufen.

Als Berufsanfänger*in wird man in diesem Berufszweig automatisch der Besoldungsgruppe A 13 zugeteilt, was einem monatlichen Bruttomonatseinkommen von etwa 4.400 € entspricht. Beamt*innen der Umweltverwaltung können aber im Laufe ihrer Karriere Ämter bis in die Besoldungsgruppe A 16 verliehen werden, was ihr Gehalt auf ca. 7.800 € brutto im Monat ansteigen lässt.

2. Energiemanager*in

Energiemanager*innen sind Expert*innen für die Entwicklung und Durchführung verschiedener Konzepte zur Erhöhung der Energieeffizienz von Unternehmen. Sie sammeln energietechnische Informationen und Daten, bereiten diese auf und besprechen dann im Team, welche Konzepte zu einem geringeren Energieverbrauch führen könnten. Diese Konzepte setzen sie danach in Projektgruppen um und kontrollieren regelmäßig, ob Anpassungen nötig sind oder ob eventuell neue Maßnahmen implementiert werden müssen. Neben organisatorischen Fähigkeiten braucht es daher vor allem auch technisches Verständnis und ein wirtschaftliches Denken. Nicht selten leiten Energiemanager*innen ein eigenes Team und berichten direkt an die Führungsetage. Zwischenmenschliche Kompetenzen sind daher auch sehr wichtig und erleichtern den Arbeitsalltag enorm. Energiemanager*innen können dabei sowohl in einem Unternehmen fest angestellt sein als auch selbstständig für mehrere Auftraggeber tätig sein.

Voraussetzungen für die Ausübung des Berufs ist meist ein abgeschlossenes Studium im Bereich Energie- und Ressourcenmanagement, Energietechnik oder Erneuerbare Energien, aber auch Nachhaltigkeitsmanagement, Umweltingenieurwesen oder Umweltinformatik können mögliche Studiengänge sein, die einen Zugang zur Tätigkeit ermöglichen.

Als (fest angestellte*r) Energiemanager*in verdient man meist zwischen 3.800 € und 5.500 € brutto im Monat.

3. Forstwirt*in

Sich um Wälder, Forstwege und Wildtiere zu kümmern, ist die Hauptaufgabe von Forstwirt*innen. Dies tun sie, indem sie Bäume vor Schädlingen schützen, neue Bestände begründen, alte Bäume abholzen, Waldwege, Parkbänke und Picknickplätze instandhalten sowie Nistkästen anbringen und Wildfutterplätze einrichten. Die Arbeit von Forstwirt*innen findet also größtenteils im Freien statt und sie haben einen direkten Einfluss auf eines der wichtigsten Ökosysteme unseres Planeten: den Wald. Deshalb ist es auch wichtig, dass sie ein hohes Verantwortungsbewusstsein und eine gewisse Naturverbundenheit mitbringen. Auch körperliche Fitness sowie handwerkliches Geschick sind wichtige Eigenschaften für Forstwirt*innen.

Also solche*r arbeiten kann man nach Abschluss einer dualen Ausbildung, die meist in Städten und Gemeinden, Privatforstbetrieben oder bei Forstunternehmen stattfindet. Die Wahrscheinlichkeit, nach einer dualen Ausbildung vom Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden, ist hoch. Neben den praktischen Fähigkeiten wird im Blockunterricht an Berufsschulen zudem auch theoretisches Wissen vermittelt, was auch betriebswirtschaftliche und administrative Kenntnisse einschließt. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und es wird mindestens ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt. Wer gerne die Karriereleiter hinaufklettern möchte, kann sich anschließend entweder mit Fortbildungen weiter spezialisieren oder auch ein Studium der Forstwirtschaft anschließen. Nach dem Studium stehen vor allem leitende, betriebswirtschaftliche und administrative Aufgaben im Vordergrund, vielleicht sogar auch eine Stelle bei einer Behörde oder einem Ministerium.

Das Einstiegsgehalt nach Abschluss der Ausbildung liegt bei Berufsanfänger*innen bei ca. 1.500 € brutto im Monat, mit ein bisschen Berufserfahrung steigt es auf ca. 2.500 €. Als Fortswirtschaftsmeister*in, in leitender Position oder als Beamt*in bei Behörden steigt natürlich auch das Gehalt entsprechend an.

4. Geoökolog*in

Geoökolog*innen arbeiten an der Schnittstelle von Umwelt- und Geowissenschaften und untersuchen, wie der Mensch natürliche Umweltsysteme beeinflusst. Dazu zählen z.B. unsere Eingriffe in Böden, Gewässer und in die Atmosphäre. Geoökolog*innen führen dazu umfassende Analysen durch (z.B. zu Wechselwirkungen zwischen den Energie- und Stoffkreisläufen verschiedener Ökosystemeinheiten) und konzipieren im Anschluss Strategien und Maßnahmen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Ziele sind dabei z.B. die Minimierung von Umweltverschmutzungen und -schäden und die Wiederherstellung von natürlichen Lebensräumen. Als Arbeitgeber kommen daher meist Forschungsinstitute, Beratungsfirmen, Behörden oder Firmen im Bereich Abfall-, Agrar- oder Forstwirtschaft in Betracht. Auch in Organisationen und/oder NGOs, die sich auf den Umweltschutz fokussieren, sowie in der Landschaftsplanung können sie tätig werden. Je nach Einsatzbereich sehen daher auch ihre Tätigkeiten und Anforderungen sehr unterschiedlich aus.

Das Studium der Geoökologie wird als eigenständiges Fach an 5 Universitäten und Hochschulen in Deutschland angeboten. In Bayreuth, Potsdam, Tübingen, Freiberg und Karlsruhe.

Studienschwerpunkte sind vor allem die Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik und Mathe und Geologie) sowie auch das Erlernen wissenschaftlicher Methoden. Darüber hinaus müssen auch Wahlpflichtkurse belegt werden. Da sich das Studienangebot an den verschiedenen Universitäten etwas unterscheidet, sollte man vorher genau schauen, welche Inhalte einen am meisten interessieren bzw. für die angestrebte berufliche Laufbahn am nützlichsten sind.

Aufgrund der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten ist eine genaue Auskunft zum späteren Gehalt sehr schwierig, es dürfte sich in den allermeisten Fällen aber im Rahmen zwischen 3.700 € und 4.700 € brutto monatlich bewegen. Als selbständige*r Berater*in ist mit einiger Erfahrung sicherlich auch noch mehr drin.

5. Ingenieur*in für Umwelttechnik

Ingenieur*innen für Umwelttechnik/Umweltschutz werden umgangssprachlich meist einfach Umweltingenieur*innen genannt. Sie vereinen in ihrem Job technische und umweltschützende Elemente und stellen so z.B. sicher, dass Umweltbelastungen vermieden und die Entwicklung neuer Konzepte für ein ressourcenschonendere Prozesse vorangetrieben werden. Je nach Arbeitgeber können sich die Tätigkeitsschwerpunkte unterscheiden, im Allgemeinen geht es aber darum, technische Verfahren und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und des Menschen vor Schadstoffen, Lärm und anderen negativen Einflüssen zu entwickeln, planen und zu überwachen. Hierfür nutzen oder entwickeln sie, Geräte, Verfahren, Systeme oder Anlagen zur Umweltanalyse oder eben für den Schutz der Umwelt. So gehören beispielsweise erneuerbare Energien wie z.B. Solar- oder Windkraft, das Recycling, der Gewässerschutz sowie das Ver- bzw. Entsorgungswesen zu ihren Tätigkeitsbereichen.

Sie können aber auch unmittelbar im Umweltschutz aktiv werden, indem sie als Ingenieur*innen für die technische Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen und -dienstleistungen zuständig sind. Darüber hinaus bieten auch Behörden, Kommunen und Ministerien spannende Arbeitsbereiche (siehe oben: Beamt*in in der Umweltverwaltung). Ingenieurbüros und verschiedene Industrien (Chemie, Elektro, Bauwesen etc.) sind auch immer auf der Suche nach Spezialist*innen für Umwelttechnik.

Umwelttechnik bzw. Umweltingenieurwesen kann man an verschiedenen deutschen Hochschulen und Universitäten studieren. Schwerpunkte im Studium sind vor allem Mechanik, Mathematik, Chemie und Physik, daneben werden aber auch noch fachspezifische Grundlagen vermittelt, wie z.B. Klimatologie, Rohstoffe und Recycling, Abfallwirtschaft, Nachhaltigkeitsbewertung oder Baustoffkunde etc. An vielen Hochschulen sind auch Praktika und/oder Praxissemester im Studium integriert.

Umweltingenieur*innen sind sehr gefragt und haben deshalb gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da sie vielseitig einsetzbar sind und über ein breites Wissen verfügen. Dieser Faktor spiegelt sich auch im Gehalt wieder, denn Einstiegsgehälter liegen bei minimum 3.800 € brutto im Monat, je nach Branche können da aber auch locker noch ein paar hundert Euro mehr obendraufkommen. Auch die Möglichkeit, sich nach ein paar Jahren Berufserfahrung als Berater*in selbstständig zu machen, bietet sich Umweltingenieur*innen an.

6. Landschaftsarchitekt*in

Wem die Mischung aus Kreativität, Natur und Organisationsgeschick zusagt, ist bei dem Berufsfeld »Landschaftsarchitektur« genau richtig. Landschaftsarchitekt*innen gestalten öffentliche Grünanlagen, private Parks und Gärten, Grundstücke von öffentlichen Bauten wie Schulen und Behörden sowie Spielplätze etc. und sind dadurch maßgeblich an der Gestaltung unserer Städte und Gemeinden beteiligt. Als Planer*innen (und dadurch meistens auch als Projektleiter*innen) sind sie verantwortlichen für die kreative Gestaltung, die Organisation, die Durchführung und Überwachung der Bauarbeiten.

Wichtigstes Kriterium für eine gute Landschaftsplanung sind natürlich Kenntnisse der Pflanzenwelt und damit einhergehend auch Wissen um Standortbedingungen und Naturschutzmaßnahmen. All diese Variablen müssen in einem Projekt berücksichtigt werden und haben maßgebliche Einflüsse auf das Landschaftsdesign. Deshalb müssen Studieninteressierte vor Beginn des Studiums auch ein mehrmonatiges Praktikum im Landschafts- und Gartenbau, in einer Gärtnerei oder einer Baumschule absolvieren. Oft wird auch vorabeine Ausbildung zum*zur Gärtner*in empfohlen, da hier wichtige Fähigkeiten und Kenntnisse rund um die richtige Handhabung der Pflanzen vermittelt werden.

Als Arbeitgeber kommen u.a. Behörden, Landschafts- und Gartenbaubetriebe sowie spezielle Architekturbüros in Frage. Einige Landschaftsarchitekt*innen machen sich auch selbstständig und betreiben eigene Büros bzw. sind als Freiberufler*innen tätig. Mit einiger Erfahrung bieten sich auch Beratungs- oder Dozent*innenstellen an. Auch in Naturschutzverbänden oder Verlagen für Fachzeitschriften können sich berufliche Möglichkeiten entwickeln.

Wichtig ist allerdings, dass die Berufsbezeichnung »Landschaftsarchitekt*in« geschützt ist und nur von Personen geführt werden darf, die in der Architektenkammer des jeweiligen Bundeslandes eingetragen sind. Daher ist ein Quereinstieg in diese Branche auch kaum möglich. In die Architektenkammer wird man durch den Nachweis mehrerer Jahre Berufserfahrung (meist 2-3 Jahre), bestimmten Fortbildungen sowie durch den Nachweis von eigenständig absolvierten Planungsleistungen aufgenommen. Als Basis dient hier ein Studium der Landschaftsarchitektur, das meist mit einem Mastertitel abgeschlossen werden muss. In Deutschland gibt es zurzeit 25 Studiengänge, die in diesem Bereich ausbilden. Schwerpunkte sind Landschaftsarchitektur und Landschaftsbau, Naturschutz und Landschaftsplanung, Pflanzenkunde und -verwendung sowie Bodenkunde. Auch Fächer zu den Themen Ökologie, Vegetation, Gartendenkmalpflege und Vermessung können wichtige Inhalte im Studium darstellen.

Dadurch, dass Berufsanfänger*innen noch keine »fertigen« Landschaftsarchitekt*innen sind, spiegelt sich dieser Fakt auch im Gehalt wieder. Wie auch bei Architekt*innen üblich, fällt das Einstiegsgehalt in dieser Branche vergleichsweise niedrig aus, vor allem, wenn man in kleineren Büros oder Betrieben anfängt. So kann das Einstiegsgehalt zwischen 1.800 € und 2.500 € brutto monatlich rangieren, sich im Laufe der Jahre aber deutlich erhöhen. Gerade bei Behörden, die nach dem öffentlichen Tarif bezahlen, sind für Berufserfahrene Gehälter von 3.500 € bis 5.400 € brutto keine Seltenheit. Auch mit einem eigenen Büro oder als Freiberufler*in kann man, je nach Auftragslage, viel mehr verdienen.

7. Natur- und Landschaftspfleger*in

Im Gegensatz zu den Landschaftsarchitekt*innen, die Grünanlagen planen und in die Tat umsetzen, besteht die Hauptaufgabe der Natur- und Landschaftspfleger*innen im Erhalt und der Pflege dieser Flächen. Dafür überwachen sie z.B. Naturschutzgebiete und Biotope, untersuchen Waldschäden und Gewässerverunreinigungen und leiten entsprechende Gegenmaßnahmen ein. Sie können zudem brach liegendes Land in ökologisch sinnvoll genutztes Gebiet umwandeln, Flussufer mit Wildgehölz und Hecken bepflanzen, so dass Wildtiere Lebensräume und Nahrungsquellen finden oder naturnahe Erholungsgebiete für Menschen schaffen sowie Wald- und Wanderwege oder Parkanlagen instandhalten. Die Tätigkeit umfasst also viel Handarbeit und Arbeit im Freien, beinhaltet aber auch planerische und administrative Aspekte, z.B. wenn es um den Mitarbeiter*inneneinsatz, Kostenrechnung, Materialbestellung oder das Vorbereiten von Führungen oder Informationsveranstaltungen geht.

Daher sind Arbeitgeber vor allem Wild- oder Tierparks, botanische Gärten oder Kreis- und Gemeindeverwaltungen. Auch Garten- oder Landschaftsbauunternehmen können in Frage kommen. Hier sind sie dann auch in planerischer und beraterischer Arbeit tätig und sind Ansprechpartner*innen für Landschaftsarchitekt*innen.

Zugang zur Tätigkeit erhält man z.B. man über eine Weiterbildung. Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich Gärtnerei, Forstwirtschaft, Landwirtschaft oder Tierwirtschaft sowie mindestens 3 Jahre Berufserfahrung. Auch Winzer*innen steht diese Weiterbildung offen. Weiterbildungsinhalte sind vor allem Grundlagen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, relevante Maßnahmen für den Naturschutz und die Landschaftspflege sowie soziale, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte. Auch das Betreuen von Besucher*innen, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit gehört zur Weiterbildung dazu.

Genaue Gehaltsangaben sind schwierig zu machen, denn die jeweiligen Arbeitgeber bezahlen unterschiedlich. Während man auf behördlicher oder kommunaler Ebene in einem festen Tariflohn eingestellt ist, kommt es bei den anderen Arbeitgebern auf Größe und Art des Unternehmens an. So zahlen Garten- oder Landschaftsbauunternehmen meist mehr als Wild- oder Tierparks. Man kann aber zwischen 1.900 € und 3.000 € brutto im Monat rechnen.

8. Tierpfleger*in

Hundeliebhaber*innen, Katzenfreund*innen und Pferdefans - in der Tierpflege finden viele von ihnen ihren Traumberuf. Tierpfleger*innen kümmern sich sowohl um Haus- und Zootiere als auch um Versuchstiere in Laboren. In welchem Bereich man arbeiten möchte, entscheidet man bereits während der Ausbildung, denn im 3. Lehrjahr findet eine Spezialisierung statt. Zur Auswahl stehen 3 Fachrichtungen: »Tierheim und Tierpension«, »Forschung und Klinik« sowie »Zoo«. Je nach Richtung unterscheiden sich auch das Aufgaben- und Arbeits(um)feld, denn Zoos stellen andere Anforderungen als Tierkliniken oder Tierheime. Gemeinsam haben sie natürlich die Versorgung und Pflege von Tieren, die den größten Teil der Arbeit ausmacht. In Tierheimen hat man vor allem mit Haustieren zu tun.

Im Zoo geht es vor allem um die artgerechte Haltung und Versorgung von verschiedenen (Wild-)Tieren. Tierpfleger*innen schauen hier z.B., dass Gehege richtig ausgestaltet und sauber sind, sehr intelligente Tierarten gefordert werden und die Tiere entsprechend ihrer Bedürfnisse gehalten werden. Sind Tierarten akut bedroht, kann auch der Erhalt dieser Arten durch gezielte Zucht zum Aufgabenspektrum gehören. Eine Scheu vor großen und wilden Tieren darf man hier also nicht haben, ein verantwortungsvoller und respektvoller Umgang ist natürlich dennoch sehr wichtig, denn selbst in Gefangenschaft groß gewordene Tiere haben ihre Jagdinstinkte nicht verloren. Auch Tier- und Wildparks bzw. Auffangstationen kommen als Arbeitgeber (auch im Ausland) in Frage.

In Tierkliniken versorgen Tierpfleger*innen kranke und verletzte Haustiere, füttern diese, halten ihre Käfige und Ställe sauber und kümmern sich um die Fell- und Klauenpflege sowie die Medikamentenvergabe. Auch die Aufzucht von Jungtieren kann zu ihren Aufgaben gehören.

Wie bereits erwähnt, erfolgt der Zugang zur Tätigkeit über eine dreijährige Ausbildung. Voraussetzung dafür ist meist ein Hauptschulabschluss sowie gute Noten in den Naturwissenschaften, Mathematik und Deutsch. Das durchschnittliche Gehalt eines*r Tierpfleger*in beträgt ca. 2.700 bis 3.000 € brutto im Monat. Ähnliche Berufe sind Tierwirt*in und/oder tiermedizinische*r Fachangestellte*r.

9. Umweltinformatiker*in

Umweltinformatiker*innen sind gewissermaßen die Schnittstelle zwischen Umweltschutz und Informationstechnologien und haben dabei immer auch wirtschaftliche Aspekte im Blick. Dieses multidisziplinäre Berufsfeld ist also vor allem für all diejenigen interessant, die sich einen vielseitigen Berufsalltag und unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten wünschen sowie Interesse an IT-Themen und Umweltschutz haben. Als Arbeitgeber kommen Behörden, privatwirtschaftliche Unternehmen und Forschungsinstitute in Frage, die Tätigkeitsbereiche sind also vor allem von der Arbeitsumgebung abhängig. Seinen Forschungsdrang und Erfindergeist kann man eigentlich überall ausleben, wobei auf behördlicher Seite viele administrative bzw. koordinierende und im Unternehmensbereich auch wirtschaftlich orientierte Tätigkeiten einen Großteil der Arbeit ausmachen. Hier können also individuelle Schwerpunkte anhand des eigenen Interesses gesetzt werden.

Um Umweltinformatiker*in zu werden, bedarf es eines Studiums der Umweltinformatik, das momentan an nur wenigen Hochschulen in Deutschland angeboten wird. Artverwandte Fächer wie z.B. Umwelttechnik oder Geoinformatik können ebenfalls als Sprungbrett in diesen Bereich dienen. An manchen Hochschulen kann Umweltinformatik auch als Schwerpunktfach innerhalb eines regulären Informatikstudiums gewählt werden.

Gehaltstechnisch kann man sich auf einen guten Monatslohn freuen, der meist zwischen 3.700. € und 5.000 € brutto liegt. Privatwirtschaftliche Unternehmen zahlen in der freien Marktwirtschaft generell besser als z.B. Behörden oder Forschungsinstitute, da sich das Gehalt in letzteren am Tarifvertrag orientiert. Vor allem mit Berufserfahrung und Personalverantwortung kann man hier sinnstiftend viel Geld verdienen.

Wenn du mehr über diesen spannenden Beruf erfahren möchtest, kannst du dir auch gerne unser »Jobportrait Umweltinformatik« anschauen.

10. Umweltschutztechnische*r Assistent*in

Umweltschutztechnische Assistent*innen (UTAs) sind vor allem für die Analyse und Auswertung von Boden-, Wasser-, Abfall- und Luftproben verantwortlich, die sie nutzen um Rückschlüsse auf Umweltgefahren zu ziehen. Sie bedienen sich dabei chemischen, physikalischen und biologischen Verfahren, deren Ergebnisse sie in Arbeitsprotokollen festhalten. Diese werten sie entweder selbst aus oder legen sie Ingenieur*innen oder anderen Wissenschaftler*innen zur Überprüfung vor. Auch Lärm- und Erschütterungsmessungen liegen in ihrem Aufgabenbereich. Zudem können Umweltschutztechnische Assistent*innen auch in der Umweltschutz-Beratung tätig werden, wo sie sich z.B. um das Einhalten von Umweltschutzbestimmungen oder die richtige Entsorgung von Problemabfällen kümmern.

Das Einsatzgebiet ist breit gefächert, denn der Umweltschutz ist vielfältig. So können sie in der Wasserwirtschaft, im Immissionsschutz oder z.B. im Lärm- und Erschütterungsschutz tätig werden. Die Aufgaben und der Arbeitsalltag ändern sich dementsprechend und können daher ganz unterschiedlich ausfallen. Unabhängig vom thematischen Schwerpunkt sind UTAs jedoch immer Expert*innen im Labor, die die Analysen und Untersuchungen mit spezieller Technik und entsprechenden Verfahren durchführen. Hier haben UTAs also eine enorme Verantwortung, denn neben den teuren Messgeräten müssen auch die Proben mit großer Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit untersucht werden, denn schon kleinste Abweichungen oder Verunreinigungen können mitunter ganz andere und vor allem verfälschte Ergebnisse liefern. Sorgfalt und Liebe zum Detail sind in diesem Beruf also genauso wichtig, wie technisches Verständnis und naturwissenschaftliche Kenntnisse.

Erschlossen wird der Beruf über eine Ausbildung, in der die Auszubildenden umfangreich in den Naturwissenschaften und den technisches Aspekten des Berufes ausgebildet werden. Darüber hinaus hat man auch Fächer wie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Der Zugang zur Ausbildung ist auf Bundesländerebene geregelt, weshalb sich Voraussetzungen und Anforderungen an Bewerber*innen unterscheiden können. Meist wird aber ein mittlerer Schulabschluss, teilweise aber auch eine Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe gefordert, sowie gute Noten in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Gute Noten in den Fächern Biologie, Chemie oder Physik können natürlich ebenfalls nicht schaden.

Fazit

Wie du siehst, bietet der Umwelt- und Naturschutz eine Vielzahl an beruflichen Möglichkeiten für Interessent*innen an. Der Berufsalltag ist in den meisten oben genannten Tätigkeiten extrem abwechslungsreich und es ergeben sich für Jobsuchende viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten und Arbeitsumgebungen, die man sich nach individuellen Vorlieben und Neigungen aussuchen kann. Auch die Zukunftsprognosen sind gut, denn die nachhaltige Branche wird in den kommenden Jahren stark wachsen und deshalb bedarf es vieler gut ausgebildeter und engagierter Talente, die unsere zukünftigen Technologien entwickeln, sich für den Erhalt der Pflanzen- und Tierwelt einsetzen und so einen wichtigen Beitrag hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft leisten.

Weitere spannende Job Portraits mit Impact findest du hier:


Newsletter

Du bist noch nicht bereit für das kostenpflichtige Impactify-Abo? Mit unserem kostenlosen Newsletter halten wir dich auf dem Laufenden zu neuen Artikeln, spannenden Angeboten, News und Veranstaltungen. Derzeit monatlicher Versand (ab Juli 2020).