Ehrlich bewerben

Die rundum perfekte Bewerbung: Checkliste für Zeugnisse und andere Anlagen

Die Anlagen einer Bewerbung, also die angehängten Dokumente, sind weit mehr als nur eine rein formale Angelegenheit: Mit Zeugnissen und Nachweisen belegst du deine Angaben und schaffst Vertrauen. Mit welchen weiteren Insider-Tipps und Informationen du deiner Bewerbung mit Hilfe von klug gewählten Anlagen noch eine Extra-Portion Überzeugungskraft verleihst und aus der Masse herausstichst, verrät dir Bewerbungscoach Christian B. Rahe in dieser Checkliste.

Neben Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und Bewerbungsfoto gehören zu einer vollständigen Bewerbung die Anlagen. Während die meisten dabei an Zeugnisse und Zertifikate denken, können viele weitere Dokumente wichtig sein.

Grundsätzlich dienen die Anlagen als Nachweis zu Deinen Angaben im Lebenslauf. Du belegst Deine Aussagen – und das schafft Vertrauen. Darüber hinaus geben manche Schriftstücke entscheidende Zusatzinformationen. Zum Beispiel können bei weniger bekannten oder auch ausländischen Studiengängen die gelernten Inhalte Aufschluss über die Art und den Umfang Deiner Qualifikation geben.

Manche Schriftstücke werden noch immer obligatorisch eingefordert. Selbst wenn der Schulabschluss schon lange zurückliegt, nehmen Personaler*innen diesen anscheinend gerne in die Personalmappe mit auf. Vielleicht will aber dadurch auch etwas über die Motivation der*des Bewerber*in in früheren Jahren erfahren werden.

Während manch lang zurückliegenden Zertifikate durchaus einen bleibenden Wert haben (z. B. zur Ausbildereignung), zählt ein Computerkurs bereits nach wenigen Jahren kaum noch etwas. Ein Berufsabschluss, der schon länger her ist, punktet dann, wenn der neue Job darauf aufbauen kann. Bei Quereinsteiger*innen dagegen zählen passende Weiterbildungen deutlich mehr als eine nicht job-relevante Ausbildung.

Die wesentlichsten Anhänge sind wohl die Arbeitszeugnisse, insbesondere der letzten Anstellungen. Fehlen welche, kann das bereits einen negativen Eindruck hinterlassen. Arbeitszeugnisse sollten stets »qualifiziert« sein, denn nur solche machen eine Aussage über die Arbeitsweise der*des Mitarbeitenden. Selbstverständlich sollte man sich als Bewerber*in im Klaren sein, welche Note aus dem erhaltenen Zeugnis herauszulesen ist. Hierbei helfen diverse Internetseiten auf die Sprünge.

Bringen Bewerber*innen sehr vielfältige Kompetenzen oder Fachkenntnisse mit – und sind diese auch entscheidend für den anvisierten Job – kann ein eigens zusammengestelltes Kompetenzprofil hilfreich sein. In diesem Zusammenhang wird oftmals von der so genannten 3. Seite gesprochen. Auch wenn persönliche Stärken oder die Job-Motivation durchaus im Bewerbungsanschreiben einen guten Platz finden, gibt es in Einzelfällen gute Gründe für eine Extra-Seite mit aufschlussreichen Zusatzinformationen.

An was viele Bewerber*innen nicht denken, wenn es um Zeugnisse und andere Anlagen zur Bewerbung geht: Arbeitsproben, Exposés, Collagen oder andere Werke, die das eigene Können den Personaler*innen vor Augen führen. Dabei gilt bekanntermaßen: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ebenfalls fast als Geheimtipp gilt, das Ergebnis oder Ausschnitte aus einem Persönlichkeitstest oder Eignungsdiagnosetool beizufügen. Hierdurch kann die persönliche Eignung glaubhaft gemacht und Vertrauen gewonnen werden.

Im Zweifel dürfen es ruhig ein paar Anlagen mehr sein. Allerdings ist darauf zu achten, dass der Speicherumfang bei Online-Bewerbungen insgesamt 5 MB nicht überschreitet. Scans mit 300 dpi tun gute Dienste, zur Not ist auch schwarz-weiß in Ordnung. Grundsätzlich dürfen die Anlagen eine bewusste Auswahl der möglichen Dokumente darstellen. Die Reihenfolge der einzelnen Anlagen kann sich nach der Struktur des Lebenslaufs richten.

Damit Du beim Zusammenstellen der Anlagen zu Deiner Bewerbung an alles Wichtige denkst, kannst du dich an dieser Checkliste orientieren:

[x] Arbeitszeugnisse
[ ] Praktikumszeugnisse
[ ] Arbeitsbestätigungen
[ ] Abschlüsse jeglicher Art
[ ] Zertifikate
[ ] Diplome
[ ] Teilnahmebescheinigungen
[ ] Schulzeugnisse
[ ] Kompetenzprofile
[ ] 3. Seite
[ ] Referenzen bzw. Empfehlungen
[ ] Rezensionen oder Kundenstimmen
[ ] Arbeitsproben
[ ] Exposés
[ ] Collagen
[ ] Auswertungen zur persönlichen Eignung

In den meisten Fällen ist das PDF-Format am geeignetsten oder wird sogar ausdrücklich erwartet. Auf keinen Fall solltest Du Zip-Dateien versenden oder hochladen, da diese sehr anfällig für Schadsoftware sind und daher nicht vertrauenswürdig. Gegen die Verwendung von Word- oder ähnlichen Dateiformaten spricht auch, dass die Darstellung auf jedem Gerät variieren kann.

Mehr Informationen und Insider-Tipps zum Thema Bewerbungsanlagen findest du auf Christians Homepage.

Finde den richtigen Arbeitgeber für dich

Eine Bewerbung geht natürlich in beide Richtungen: Es geht nicht nur darum, ein Unternehmen von deinem Potenzial zu überzeugen, sondern genauso solltest du bereits vor der Bewerbung reflektieren, welche Anforderungen du an einen guten Arbeitgeber hast. Dabei hilft dir unsere Checkliste »Wie finde ich den richtigen Arbeitgeber für mich?« sowie die Checkliste für die Analyse von Stellenangeboten, die dir ebenfalls viel über deinen zukunftigen Arbeitgeber und die Arbeitsbedingungen verraten.

Viele weitere Hilfestellungen, wie du einen sinnerfüllten Job findest und deinen Wunsch-Arbeitgeber auch von deinem Potenzial überzeugst, findest du im neuen Buch von Bewerbungscoach Christian B. Rahe: »Ehrlich Bewerben - Wie Du Arbeitgeber Deines Traumjobs mit wahrlich einzigartigen Bewerbungsschreiben von Deiner Persönlichkeit und Motivation überzeugst – besonders geeignet für Quereinsteiger.« (ISBN-13: 979-8624510937).

Gute Quellen für deine Jobsuche

Bei der Suche nach passenden Stellen im Nachhaltigkeitsbereich empfiehlt es sich, sich auf spezialisierten Jobbörsen zu tummeln - hier veröffentlichen Non-Profits, soziale Organisationen und nachhaltige Unternehmen besonders gern ihre Stellen. Wir haben für dich eine Übersicht über die besten fachspezifischen Stellenmärkte für den Sozialen Sektor (Soziale Arbeit, Entwicklungszusammenarbeit, Gesundheit & Bildung) sowie die Umwelt-Branchen (Naturschutz, Umwelttechnik, Geowissenschaften, Landwirtschaft und Ökologie) erstellt. Probiere deine gezielten Suchbegriffe gleich mal aus!

Nur wenige passende Stellenanzeigen zu finden?

Falls du bei deiner Recherche nur wenige passende Stellenanzeigen findest, muss es nicht zwingend bedeuten, dass es diese nicht gibt - es könnte auch zum Teil an deiner Art zu suchen liegen. Denn die Ergebnisse, die eine Suchmaschine oder eine Datenbank ausspuckt, sind nur so gut wie die Suchbegriffe, die du eingibst. Dafür haben wir eine weitere Checkliste zum Thema zielführende Stellensuche, die dir helfen kann, mehr interessante Angebote aufzuspüren.

Plan B: Suche auf den verdeckten Arbeitsmarkt ausdehnen

Natürlich kann es - trotz sorgfältigster Recherche - sein, dass der Arbeitsmarkt für deine Branche gerade einfach gesättigt ist und nicht viele Stellen ausgeschrieben werden. Und gerade im gemeinnützigen Sektor wird ohnehin ein Großteil der Stellen - und zwar bis zu 70 Prozent (!) - wie zu Beginn erwähnt, gar nicht erst öffentlich ausgeschrieben, sondern über interne Kanäle auf dem verdeckten Arbeitsmarkt vergeben. Aber es gibt äußerst wirkungsvolle, sog. pro-aktive Netzwerkstrategien, mit denen du dir Zugang zu diesen verdeckten Stellen verschaffen kannst. Dazu findest du in unserem Mitglieder-Bereich einen umfangreichen Artikel, in dem alle Strategien des pro-aktiven Netzwerkens ausführlich erläutert werden.

Portrait-Foto von Bewerbungscoach Christian B. Rahe

Über den Autor

Christian B. Rahe bringt gute Menschen mit guten Unternehmen zusammen, damit sie gemeinsam Gutes tun. Er begleitet seit vielen Jahren Menschen in beruflichen Umbrüchen und schreibt mit ihnen »BewerbungsUnikate« für gewählte Arbeitgeber. Viele seiner Klient*innen sind hoch motivierte Quereinsteiger*innen.

Mehr Informationen, Tipps und verantwortungsvolle Unternehmen findest du auf der Homepage von BewerbungsUnikate sowie auf Christians Plattform »Gute Arbeitgeber«.


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