Gastartikel

Wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit den Arbeitsmarkt der Zukunft gestalten

2021 ist nichts mehr so, wie es einmal war. In den letzten Monaten hielt die Welt den Atem an – und hat zugehört. Was es zu hören gab, war erschreckend und motivierend zugleich. Unsere Gesellschaft steht wortwörtlich auf dem Kipppunkt. Wo es in Zukunft hingeht, entscheiden wir jetzt. Dazu gehören Entscheider*innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft – genauso wie jede*r Einzelne! Gemeinsam formen wir neue Strukturen, erproben klimarelevante Technologie und entwickeln Maßnahmen, um eine regenerative Zukunft möglich zu machen. Im Folgenden beleuchten wir, wie die Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit den Arbeitsmarkt transformiert.

Dieser Gastartikel wurde verfasst von Lara Obst, Gründerin von THE CLIMATE CHOICE.

Ambitionierte Klimaziele legen den Grundstein für die Klimatransformation

Was ist im letzten Jahr geschehen, so dass wir heute ganz selbstverständlich über Klimaziele und die Wirksamkeit von Umweltmaßnahmen sprechen?

Die EU verkündete, durch den Green New Deal alle Wirtschaftsbereiche dekarbonisieren zu wollen. Sie verpflichtete sich, 55% ihrer Emissionen (im Vergleich zu 1990) bis 2030 zu reduzieren und bis spätestens 2050 klimaneutral zu werden. Deutschland schloss sich an und erarbeitet ganz aktuell ein neues Klimaschutzgesetz. Erste Vorlagen sprechen von 88% CO2 Reduktion bis 2040. Die Gesetzgebung erkennt damit an, dass gerade die heutige Generation einen Unterschied machen muss und ihre Verantwortung nicht an zukünftige abgeben kann. Mit großen Schritten geht dies nun ebenfalls die USA an. Nach Jahren der Klimaleugnung wendet sie sich nun wieder dem Pariser Klimaabkommen zu und startet ein umfangreiches Konjunkturprogramm. Dieses fördert vor allem die Nutzung erneuerbarer Energien sowie elektrische Mobilität und zielt darauf ab, neue Arbeitsplätze zu erschaffen.

Es stellt sich jedoch die Frage: Klimaschutz in der Wirtschaft, geht das?

Digitalisierung als Hebel zur Umsetzung der Klimaziele

Klimaschutz und Wirtschaft scheinen sich seit der industriellen Revolution immer weiter voneinander zu entfernen, gar auszuschließen. In diesem Jahrhundert muss das anders werden. Das Ziel ist klar: Die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C begrenzen und somit ganze Systeme transformieren. Auch – oder gerade – die Wirtschaft. Hier entstehen laut Bundesumweltamt der Großteil der ausgestoßenen Emissionen, z.B. in den Sektoren Energie, Gebäude, Mobilität und Produktion. Der Umstieg auf kohlenstoffarme Prozesse wird hier maßgeblich durch die Digitalisierung vorangetrieben. So ergab eine Unternehmensbefragung im Auftrag von Bitkom, dass:

  • 77% der Unternehmen ihren CO2-Ausstoß durch Digitalisierungsmaßnahmenbereits bereits senken konnten.
  • 63% dank digitaler Technologien energieeffizienter wirtschaften.
  • 83% der Ansicht sind, dass es langfristig von Vorteil ist, hier zu investieren.

Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass eine beschleunigte Digitalisierung fast die Hälfte der bis 2030 nötigen CO2-Einsparungen erzielen kann. So könne der gezielte Einsatz digitaler Mittel zur CO2e-Reduktion, beispielsweise durch Energieeffizienzsteigerung führen. Dabei gilt es allerdings sogenannte Rebound-Effekte zu beachten und sicherzustellen, das steigende Einsparungen nicht zu verstärkter Nutzung und wieder steigenden Emissionen führen.

Die Wirtschaft steht vor der größten Transformation seit der industriellen Revolution

Wir halten also fest: Unternehmen können die Digitalisierung nutzen, um die gesetzten Klimaziele durch starke CO2-Reduktionen umzusetzen. Dabei helfen ihnen heute zum Beispiel Datenanalysen in Echtzeit, um Emissionsquellen zu erkennen und ihre eigene Klimaperformance zu verbessern. Aber auch klassische Greentech-Lösungen, welche dezentrale Energieerzeugung, alternative Transportmöglichkeiten oder CO2-armes Produktionsprozesse ermöglichen, bieten großes Potenzial. In weniger als zwei Geschäftszyklen wird sich so die ganze Wirtschaft transformieren und neue Geschäftsmodelle entwickeln, die regenerativ für Mensch, Natur und Wirtschaft wirken. Dafür leiten die bereits verstärkten Klimaziele eine Ära der Transformation ein. Die meisten Unternehmen erkennen heute, dass klimarelevante Modelle ihre Zukunft sichern und gleichzeitig bereits in den nächsten Jahren schwerwiegende Risiken reduzieren werden. Die Klimatransformation setzt daher auf echte Veränderung, tiefgreifendes Verständnis der nötigen Reduktionsmaßnahmen und industrieübergreifende Kollaboration, um schnelles Handeln zu ermöglichen.

Wir entscheiden und gestalten eine zukunftsorientierte Wirtschaft

Nachhaltigkeit und Digitalisierung: Welche Rolle haben also die beiden Megatrends auf dem Arbeitsmarkt und somit auf Arbeitnehmer*innen von heute und morgen?

Unternehmen suchen schon heute nach Mitarbeiter*innen, die sie in ihrer Klimatransformation unterstützen, digitale Mittel und Technologie anzuwenden wissen und Klimaziele durch handfeste Entscheidungen zum Leben erweckt. Es kommt also auf die Umsetzung an! Menschen, die sich mit der Messung, Reduktion und dem Ausgleich von CO2 auskennen oder sich auf diesem Gebiet fortbilden, werden in Zukunft die Transformation entscheidend vorantreiben.

Digitale Mittel bietet uns hierbei die einmalige Chance, die Wirtschaft umfangreich zu transformieren und Klimaschutz nachhaltig in ihre Grundpfeiler einzubauen. Der Schlüssel zum Erfolg ist daher eine neue Generation aus mutigen Entscheider*innen, Mitarbeiter*innen und allen zukünftigen Mitgestalter*innen, die ganz selbstverständlich Klimaschutz integrieren und in alle Geschäftsbereiche hineintragen. Wir alle haben die Werkzeuge dazu in der Hand, es gilt sie jetzt zu entdecken und einzusetzen.

Durchstarten: Beim online CLIMATE TRANSFORMATION Summit

Du willst die Klimatransformation umsetzen, hast aber nie wirklich daran geglaubt, dass es möglich ist, die Wirtschaft klimaneutral zu gestalten? Beim #CTS2021 treten dutzende ClimateTech-Innovator*innen an, die schon einen Schritt in Richtung Klimatransformation gegangen sind. Ob Software zur CO2-Messung, emissionsarme Technologielösung oder Klimaprojekt, wir lernen gemeinsam Best-Practices kennen und machen uns ein Bild davon, wie wir jetzt Klimaziele umsetzen können. Der Summit macht Dich zur Expert*in rund um CO2 messen, reduzieren und ausgleichen und zeigt, wie du deine Expertise gleich in die Tat umsetzen kannst!

Dein Summit, Deine Klimatransformation!

Bewusst eingesetzt, können wir die technologischen Errungenschaften unserer Zeit nutzen, um eine transparente und resiliente Zukunft zu gestalten. Wie das genau aussehen kann, finden wir am 10. und 11. Juni beim Summit heraus. Zwei Tage lang diskutieren wir 100% live und online mit Expert*innen aus der Praxis, Entscheider*innen aus Politik und Wissenschaft sowie allen Interessierten, die jetzt einen Unterschied machen wollen. Mit dabei sind u.a. Klimapioniere wie Ecosia, Patagonia und das Project DrawDown, ClimateTech-Innovator*innen wie right.based on science, worldwatchers und ecolytiq sowie Konzerne, die sich jetzt Klimaziele setzen.

Wir freuen uns gemeinsam Klimalösungen zu entdecken, auf Augenhöhe Erfahrungen auszutauschen und als CLIMATE Community am Tag danach in die Umsetzung zu gehen! Sei dabei und gestalte ein Stück Zukunft.

Alle Information zum Summit findest Du auf der Webseite des Climate Summit.

Über die Autorin:

Lara Obst, Gründerin von THE CLIMATE CHOICE, ist davon überzeugt, dass die Klimatransformation die größte Chance unserer Zeit darstellt. Als sie 2014 den IPCC Report des Weltklimarats las, beschloss sie Teil der Lösung zu werden. Seitdem setzt sie sich für die Transformation der Wirtschaft ein und zeigt Unternehmen Wege der Dekarbonisierung auf. Ihr ClimateTech Startup baut die erste Business Plattform, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre Klimaperformance zu verstehen, datenbasiert Handlungsfelder abzuleiten und konkrete Klimalösungen umzusetzen.


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