Social Intrapreneurship

Social Intrapreneurship - Durch eigenes Handeln die Unternehmenskultur verbessern

Du hast eine Idee, wie die Unternehmenskultur oder Ökobilanz deines Arbeitgebers verbessert werden könnte? In dir brennt der Drang nach zukunftsfähiger Innovation, doch ein eigenes Unternehmen zu gründen, geht dir dann doch zu weit? Keine Sorge, auch in einem festen Job lassen sich die eigenen Ideale und Überzeugungen unternehmerisch umsetzen und ausleben - und zwar mit »Social Intrapreneurship«. Erfahre hier, wie du als Intrapreneur*in wirtschaftlichen und gleichzeitig gesellschaftlichen Mehrwert schaffen kannst.

Der Begriff »Social Entrepreneurship«, also soziales Unternehmertum, ist mittlerweile recht geläufig. Hierbei geht es um eine unternehmerische Tätigkeit, die sich innovativ, pragmatisch und langfristig für die Lösung sozial-ökologischer Herausforderungen und einen positiven Wandel in der Gesellschaft einsetzt. Anders sieht das allerdings mit dem Begriff »Social Intrapreneurship« aus. Den kennen (noch) die Wenigsten. Bei diesem Konzept geht es zwar auch darum, nachhaltige, innovative Lösungen zu finden, allerdings nicht im Rahmen einer Neugründung, sondern vielmehr innerhalb einer bereits bestehenden Firma oder Organisation. Als übergeordnetes Ziel soll dadurch etwa das Miteinander, die Unternehmenskultur oder die Ökobilanz positiv verändert werden.

Mögliche Intraprenuership-Projekte können z.B. von der Schaffung einer größeren Freiheit für Mitarbeiter*innen bei der Projektwahl bis hin zu einer umfassenden Strukturveränderung innerhalb der Firma reichen. So könnte man sich zum Beispiel für eine firmeninterne Kita, familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle, nachhaltige Mobilität für Pendler*innen und Dienstreisen einsetzen oder sich zum Ziel setzen, die bestehenden Geschäftsfelder stärker an sozialen und nachhaltigen Maßgaben zu orientieren - der Kreativität werden hier kaum Grenzen gesetzt. Die Maßnahmen sollen sich natürlich auch für die Unternehmen lohnen, aber gerade Initiativen, die die Mitarbeiter*innen entlasten, wirken sich auch immer positiv auf die arbeitgebenden Firmen aus (etwa in Form einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit und -gesundheit, geringerer Fluktuation der Belegschaft, besseres Arbeitgeber-Image usw.). Auch das Gefühl, ein hohes Maß an Entscheidungsfreiheit und Verantwortung innerhalb der Firma zu haben, steigert nachweislich die Motivation der Beteiligten sowie die Identifikation gegenüber dem Arbeitgeber nachhaltig.

Social Intrapreneurship vs. Corporate Social Responsibility

Social Intrapreneurship ist daher auch ziemlich eng mit der »Corporate Social Responsibility« (kurz CSR) verwoben. Social Intrapreneurship kann im Endeffekt als Teil der CSR verstanden werden - der Teil, der die Verantwortung nicht explizit nach außen, sondern vielmehr nach innen trägt. Das Gute ist aber, dass diese Strategie, obwohl sie erst einmal auf die interne Struktur abzielt, auch nach außen hin ein wertvolles Mittel sein kann (Stichwort Employer Branding). Dadurch, dass heutzutage viel mehr Menschen »einen Job mit Sinn« suchen, macht sich ein Unternehmen, das auf Intrapreneurship setzt, durchaus zu einem attraktiveren Arbeitgeber für Jobsuchende.

Das Schöne dabei ist, dass sich jede*r Arbeitnehmer*in für die Dinge einsetzen kann, die ihm*ihr persönlich wichtig sind. Das verbessert nicht nur die Unternehmenskultur um ein Vielfaches, sondern bringt dabei auch die Mitarbeiter*innen weiter. Denn Social Intrapreneurship hilft Individuen, ihre Innovationskraft zu erkennen, zu stärken und die notwendigen Fähigkeiten zur Umsetzung ihrer Ideen zu erlernen. Nicht umsonst hat das US-Wirtschaftsmagazin Forbes den*die Social Intrapreneur*in schon 2014 zum »Most Valuable Employee« gekürt.

Social Intrapreneur*in als Job

Social Intrapreneurship muss dabei aber nicht nur ein Konzept für das gesamte Unternehmen bzw. die ganze Arbeitnehmer*innenschaft darstellen, es gibt auch die Möglichkeit, Social Intrapreneur*innen als feste Mitglieder der Belegschaft einzustellen. Diese können sich dann entweder als Teil des CSR-Teams oder als Alleinverantwortliche aktiv für die Umsetzung der (vorgeschlagenen) Maßnahmen einsetzen. Wichtig ist hierbei aber vor allem, dass sie von allen Seiten unterstützt werden, das gilt aber vor allem für die Management- und Chef*innen-Etage, denn Intrapreneur*innen können nur dann erfolgreich sein, wenn ihre Ideen auch auf offene Ohren stoßen. Auch die Kolleg*innen sollten Intrapreneur*innen als Verbündete sehen, zu denen sie mit ihren Ideen und Vorschlägen kommen können. Hier können sich auch durchaus beide Formen mischen: Die Mitarbeiter*innen machen Verbesserungsvorschläge für das Unternehmen und die Intrapreneur*innen setzen sich für deren Umsetzung ein..

So kannst auch du Social Intrapreneur*in werden

Das Wichtigste, was du aus diesem Artikel mitnehmen solltest ist: Jede*r kann soziale*r Intrapreneur*in werden. Dafür braucht es nur eine gute Idee und den Willen, diese auch umzusetzen. Hierfür ist es sinnvoll, dich mit deinen Kolleg*innen darüber auszutauschen, ob sie ähnliche Verbesserungsbedarfe sehen oder dich zumindest in deinem Vorhaben unterstützen würden. Vergiss aber nicht, dass jeder Arbeitsplatz auch immer ein politisches Minenfeld ist. Als Intrapreneur*in musst du deine*n innere*n Taktiker*in herauslassen und dich geschickt durch die verschiedenen organisationalen Strukturen schlängeln, um am Ende an dein Ziel zu kommen. Auch deshalb ist es sinnvoll, wenn du dir Unterstützung suchst, denn dann lassen sich viele Hürden viel besser meistern. Sei aber nicht entmutigt, wenn deine Ideen nicht sofort mit Begeisterung aufgenommen werden. Gerade in sehr großen, traditionellen Firmen/Organisationen sind die Strukturen meistens nur äußerst schwer zu verändern, da sie sich über Jahrzehnte hinweg festgefahren haben und auch der bürokratische Aufwand viel höher ist. Hier dauern solche Veränderungen vermutlich etwas länger, als z.B. in einem Startup oder einer kleinen Agentur. Von daher ist eine der wichtigsten Eigenschaften eine*s*r Social Intrapreneur*in auch die Hartnäckigkeit beziehungsweise die Resilienz, also die Fähigkeit, sich schnell von Rückschlägen zu erholen.

Solltest du dir das alleine nicht zutrauen oder deine Firma hat eventuell keine Kapazitäten für eine*n feste*n Mitarbeiter*in in diesem Bereich, dann besteht auch natürlich die Möglichkeit, sich professionelle Unterstützung auf Projektbasis zu holen. Zum Beispiel gibt es innovative Beratungen wie Intraprenör aus Berlin, die bereits namhafte Firmen untersützt haben und deinen Arbeitgeber sicherlich auch gerne in ihr Portfolio mit aufnehmen würden.

Wenn du aber an deiner Idee festhältst, deine Kolleg*innen überzeugst und mobilisierst oder dir eventuell sogar professionelle Unterstützung besorgst, sollte die Veränderung nicht allzu lange auf sich warten lassen - und wenn doch, dann sollte man sich eventuell überlegen, sich vielleicht eine*n mehr entgegenkommende*n Arbeitgeber*in zu suchen. Wie man das feststellen kann? Einfach die Idee mal beim Bewerbungsgespräch ansprechen und schauen, wie das Gegenüber reagiert….


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