Social Entrepreneurship

Wie du mit dem Teilen und Genießen pflanzlicher Gerichte zum positiven Wandel beitragen kannst: »Meine Vision ist das Zelebrieren von Gemeinschaft im Einklang mit unseren natürlichen Ressourcen.«

So lecker war gesellschaftliche Transformation noch nie! Das soziale vegan-food Startup melon aus München will eine gemeinschaftliche Essenskultur schaffen und Stereotypen rund um das Thema pflanzliche Ernährung brechen. Die im Jahr 2020 gegründete Plattform ist ein wachsendes soziales Netzwerk, in welchem Mitglieder selbstgemachtes, veganes Essen mit Nachbar*innen, Kolleg*innen und Freund*innen teilen und genießen können. Wir haben mit der Gründerin, Cornelia Weinzierl, über die Plattform, ihre Vision und ihre Erfahrungen als Unternehmerin gesprochen.

Mit der Plattform melon habt ihr ein soziales Food-Netzwerk geschaffen, dessen Mitglieder veganes Essen miteinander teilen. Wie funktioniert das Konzept genau?

Cornelia Weinzierl: melon geht ganz einfach. Du kannst es dir vorstellen wie Airbnb für veganes Essen. Man geht auf unsere Website, gibt seinen Standort ein, schaut sich die Angebote an und zahlt mit der Buchungsbestätigung sicher und kontaktlos per Kreditkarte auf der Plattform. Das heißt, wir verbinden Food- und Fitnessblogger*innen, Köch*innen, Konditor*innen und Privatpersonen mit Menschen, die sich für eine bewusste Ernährung interessieren, durch authentisches, veganes Essen.

Möchtest du kurz etwas über deinen persönlichen Weg und fachlichen Hintergrund erzählen? Hattest du schon immer vor, ein Social Startup zu gründen und wie genau bist du auf die Idee mit der veganen Food-Community gekommen?

Cornelia: Ich komme aus dem Software Engineering Bereich und liebe eine bewusste, vollwertige Ernährung. Angesichts der Klimakrise muss auch ein Umdenken in der Art, wie wir uns ernähren, stattfinden. Daher entstand die Idee einer digitalen Plattform, die Menschen dazu motiviert und es möglich macht, sich bewusster zu ernähren. melon ist also mein Ansatz, um den Wandel hin zu einer bewussten und nachhaltigen Ernährung zu beschleunigen und somit das Gemeinwohl der Welt zu steigern.

Warum fokussiert ihr euch ausschließlich auf veganes Essen? Gibt es noch weitere Kriterien, auf die ihr besonders viel Wert legt?

Cornelia: Pflanzliche Ernährung ist die zukunftsfähigste Ernährungsweise, da sie aus gesundheitlichen, klimaschutztechnischen und ethischen Gründen am effizientesten ist. Weitere Werte, die wir bei melon vertreten, sind gesamtheitliche Nachhaltigkeit über Essen hinaus und das Ermöglichen von Diversität.

Zwei junge Frauen beim Essen

Prinzipiell kann jede*r auf der Plattform selbst gekochtes veganes Essen verkaufen. Wie stellt ihr die Qualität der Mahlzeiten sicher (besonders jetzt während der Pandemie)? Gibt es z.B. Qualifizierungsmaßnahmen/Schulungen für die Hobby-Köch*innen und/oder stichprobenartige Checks von euch?

Cornelia: Mit der Registrierung verpflichten sich unsere Mitglieder, die Community-Standards einzuhalten, welche alle Sicherheitsstandards in der Pandemie umfassen. Darüber hinaus stellen wir die Qualität des Essens mit Stichproben durch unsere Tester*innen sicher und tauschen uns mit den melon-Gastgeber*innen über notwendige Hygienemaßnahmen aus. Mithilfe verschiedener Sicherheitsmechanismen wie Bewertungssysteme, Reporting-Systeme, Verifizierungen, Know Your Customer (KYC) Prozesse und Betrugspräventionsmechanismen, können wir die Sicherheit unserer Gastgeber*innen und Gäste zusätzlich gewährleisten. Das Thema Sicherheit war schon von Anfang an unsere Kernaufgabe.

Als Gastgeber*in bei melon kann ich sowohl Gäste zu mir nach Hause zum gemeinsamen Genießen einladen als auch sämtliche selbstgemachte kulinarische Köstlichkeiten zum Abholen anbieten. Wie verhindert ihr, dass das Teilen von Essen und der Aufbau einer Community dabei in den Hintergrund rutschen - ich könnte mir z.B. vorstellen, dass einige Gastgeber*innen die Plattform nutzen wollen, um sich ein zusätzliches Einkommen aufzubauen?

Cornelia: melon ist eine Community von und für Foodies aller Art. Wir gehen mit gutem Beispiel voran und bleiben im engen Austausch mit allen unseren Mitgliedern. Es ist eine Frage, die richtigen Impulse zu setzen, und das machen wir bereits täglich.

Wie finanziert ihr euch und inwieweit können die Gastgeber*innen die Preise für ihre Angebote selbst bestimmen?

Cornelia: Pro Buchung erheben wir eine Servicegebühr für unsere Dienstleistung. Gastgeber*innen können die Preise selbst bestimmen. Handelt es sich bei dem*der Gastgeber*in um eine Privatperson, entspricht der Preis einer Aufwandsentschädigung in Höhe der Preise der Zutaten sowie dem Aufwand der Herstellung. Am besten, man orientiert sich dabei an den anderen Angeboten auf der Plattform.

Wohin soll sich melon als Unternehmen zukünftig weiterentwickeln (z.B. zusätzliche Angebote für Privatleute und Unternehmen, Präsenz in mehreren Städten oder Ländern)? Wie sehen die nächsten Schritte in Richtung eurer Unternehmensvision aus?

Cornelia: Unsere Vision für melon ist, Vorreiter einer globalen Entwicklung hin zu einer nachhaltigen und bewussten Ernährung zu sein. Eins ist sicher, dafür brauchen wir viele Angebote in vielen Ländern. In den kommenden Jahren werden wir damit im europäischen Markt anfangen und jede*r Einzelne kann dazu beitragen.

Person steht vor einer Gruppe Menschen und mit dem Rücken zu uns. auf der Rückseite des T-Shirts steht: Meet, Eat, Repeat.

Was waren seit der Gründung bis jetzt eure größten Herausforderungen? Auf welche Erfolge seid ihr ganz besonders stolz?

Cornelia: Unsere größte Herausforderung war Corona. Die Lockdowns und berechtigten Kontaktbeschränkungen haben unser Wachstum begrenzt. Allerdings hatten wir so genug Zeit, um unsere Plattform noch besser zu machen und wachsen jetzt umso mehr. Ein Erfolg war, dass wir innerhalb von 2 Tagen über 1000 neue Mitglieder auf melon begrüßen durften und jeden Tag mehr Angebote in neuen Teilen Deutschlands sehen.

Was würdest du anderen Menschen, die mit dem Gedanken spielen, ein Social Business zu gründen, gerne mit auf den Weg geben?

Cornelia: Wenn du mit deiner Idee nachhaltigen Mehrwert für viele Menschen schaffen kannst, dann kämpfe dafür, dass deine Idee von vielen gehört wird und von einer Idee zu Realität wird.

Was ist deine Vision für die Zukunft unserer Umwelt und Gesellschaft? Inwiefern siehst du hier deine Verantwortung als Unternehmerin?

Cornelia: Meine Vision für die Zukunft unserer Umwelt und Gesellschaft ist das Zelebrieren von Gemeinschaft im Einklang mit und respektvoll gegenüber unseren natürlichen Ressourcen. Meine Verantwortung als Unternehmerin ist es, aus einer Vision nachhaltige Konzepte zu entwickeln, die einen Mehrwert für unsere Gesellschaft und Umwelt schaffen.

Gründerin Melon Community

Über Cornelia und melon:

Cornelia verfolgt mit melon das Ziel, alltägliche Ernährungsabläufe einfacher, nachhaltiger und gemeinschaftlicher zu gestalten. Es geht darum, Berührungspunkte unterschiedlicher Perspektiven zu schaffen und eine Grundlage für die Etablierung gesunder und bewusster Essgewohnheiten zu aufzubauen. Damit unterstützt die Plattform melon nicht nur die bereits bestehende vegane Community, sondern richtet sich explizit an alle, die sich für pflanzenbasiertes Essen interessieren.

Diese Artikel könnten dich ebenfalls interessieren:

Von der Hobbyköchin zur erfolgreichen Unternehmerin - »Wir wollen Menschen täglich dazu inspirieren, neue Gerichte zu entdecken und diese auch tatsächlich nachzukochen.«

Wie du mit deinen Versicherungen ganz nebenbei nachhaltige Projekte förderst: »Ziel von Good24 ist es, die Macht zu verdeutlichen, die mit den alltäglichen Kaufentscheidungen verbunden ist.«

Vom Selbstversuch zur Gründung des ersten Unverpackt-Ladens Deutschlands: »Es ist noch machbar, dass wir unsere Fehler korrigieren und die nächste Generation nicht darunter leidet.«


Newsletter

Du bist noch nicht bereit für das kostenpflichtige Impactify-Abo? Mit unserem kostenlosen Newsletter halten wir dich auf dem Laufenden zu neuen Artikeln, spannenden Angeboten, News und Veranstaltungen. Derzeit monatlicher Versand (ab November 2020).